Denken Sie sich jung

von Thomas Anthes

Geistige Fitness: Das wünschen sich Deutsche am meisten. 85 Prozent der Teilnehmer zwischen 18 und 65 Jahren einer repräsentativen Umfrage gaben an, dass ein gut funktionierendes Gehirn für sie am wichtigsten ist, noch vor dem seelischen Wohlbefinden und körperlicher Gesundheit. Das Bundesministerium für Gesundheit ist überzeugt, „dass wir selber – insbesondere schon im mittleren Lebensalter, zwischendem 40. und 60. Lebensjahr – wesentlich dazu beitragen können, in hohem Alter geistig fit und gesund zu bleiben“. Wer das Gehirn fordert, der fördert es, lautet die Devise dabei.

Das Gehirn braucht neue Herausforderungen

Eine Reihe von wissenschaftlichen Studien haben nachgewiesen, dass gesunde ältere Menschen, die ihr Gehirn täglich über mehrere Wochen mit verschiedenen Aufgaben trainierten, deutlich besser abschnitten, was die Gehirnleistung anging, als Ungeübte. Andere Wissenschaftler fanden wiederum heraus, dass geistiges Training den Stoffwechsel im Hirn in Schwung bringt, was ein Hinweis auf eine verbesserte Aktivität der Nervenzellen ist. Anders gesagt, damit der Denkapparat leistungsfähig bleibt, braucht er kontinuierlich neue Herausforderungen, damit neue Verbindungen zwischen den Nervenzellen entstehen können. Wir haben dafür einige Inspirationen zusammengestellt:

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Seien Sie aktiv: Wenn Sie in Bewegung sind, verbessert sich die geistige Leistungsfähigkeit. Das Gehirn wird besser durchblutet. Gehen Sie spazieren und zum Schwimmen, machen Sie Nordic Walking oder Skilanglaufen, wandern Sie oder tanzen Sie, fahren Sie Rad. Dabei kommt es nicht auf Hochleistungen an, sondern viel mehr auf Regelmäßigkeit und Langfristigkeit. Suchen Sie sich Sportarten aus, die Ihnen Freude bereiten (siehe auch Seite XX). Bei den Studien schnitten übrigens die Teilnehmer am besten ab, die sich körperlich und geistig bewegten. Vor einem sportlichen Neubeginn empfiehlt sich eine ärztliche Untersuchung, um Risiken auszuschließen, sowie eine individuelle sportmedizinische Beratung (siehe auch Seite XX)

Bringen Sie Abwechslung in Ihre Freizeit: Wählen Sie Aufgaben aus, die Sie ansprechen und herausfordern, bei denen Sie Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten anwenden und erweitern können. Als besonders aktivierend gelten Gemeinsamkeit, Kommunikation, Engagement für Mitmenschen, kulturelle Aktivitäten wie Volkshochschul-Kurse, Mitarbeit in Kirchen, Gemeinden oder Vereinen, ehrenamtliche Tätigkeiten, Gesellschaftsspiele im Freundeskreis, gemeinsame Besuche von Konzerten, Museen und Theateraufführungen.

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Lernen Sie Neues: Halten Sie sich schon im mittleren und höheren Lebensalter durch Ausbildung und Erwachsenenbildung („lebenslanges Lernen“) sowie durch anregende berufliche Tätigkeiten und Hobbies geistig fit. Lernen Sie zum Beispiel eine neue Sprache, vielleicht von einem Land, das Sie schon immer einmal bereisen wollten oder Ihres nächsten Urlaubsziels. Anspruchsvolle Spiele wie Schach, aktives Musizieren oder das Lösen von Knobelaufgaben, „Gehirnjogging“ und andere gezielte Trainingsprogramme mit Denkaufgaben können helfen, die geistige Leistungsfähigkeit zu verbessern. Aber auch schon einfache Aufgaben wie das Auswendiglernen einer Einkaufsliste, Kopfrechnen, (schnelles) Lesen oder Silbenzählen, Schreiben von Briefen und das Surfen im Internet bewirken eine geistige Aktivierung und bieten damit einen Schutz. Auch hier sind Kontinuität und Langfristigkeit Trumpf.

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