Eltern, Erzieher & Co. üben am besten im Vorfeld mit Notfall-Arzneien

von Thomas Anthes

Sophia ist fünf Jahre alt. Leider reagiert sie heftig auf Wespenstiche. Deshalb muss sie immer ein sogenanntes Allergie-Notfallset in ihrer Nähe haben, vor allem im Sommer. Das allein reicht aber nicht: Eltern, Erzieher und Lehrer sollten bereits im Vorfeld üben, wie die Notfall-Arzneimittel richtig anzuwenden sind. „Im Notfall sind alle Beteiligten so unter Druck, dass gerade bei komplexen Darreichungsformen leicht Fehler passieren. Deshalb sollten sich die Erwachsenen schon im Vorfeld in der Apotheke demonstrieren lassen, wie ein Notfall-Arzneimittel bei einem Kind richtig angewendet wird“, sagen Magdalene Linz, Präsidentin der Apothekerkammer Niedersachsen, und Berend Groeneveld, Vorstandsvorsitzender des Landesapothekerverbandes Niedersachsen.

Tag der Apotheke

Die „Richtige Medikation für Kinder“ ist auch das Motto des diesjährigen Tags der Apotheke. Der bundesweite Aktionstag findet immer am 7. Juni statt und widmet sich 2019 besonders Leistungen für Kinder.

Acht Prozent der Kinder leiden an Lebensmittelallergien

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Notfall-Arzneimittel braucht der Nachwuchs nicht nur bei Allergien gegen Insektengift, sondern auch bei allergischen Reaktionen gegen Erdnüsse oder andere Nahrungsmittel. Geschätzt leiden etwa acht Prozent aller Kinder daran, wobei diese Allergie mit zunehmendem Alter seltener wird. Sie kann unter anderem zu Hautausschlag, Schwellungen, Atemgeräuschen, Luftnot oder Schwindel führen.

Schwere der Symptome lässt sich nur schwer vorhersagen

Die Symptome betreffen den ganzen Körper und sind schwerwiegender als bei einer Lebensmittel-Intoleranz. Typisch für die allergische Reaktion ist der rasche Beginn der Anzeichen. Die Schwere der Symptome kann nur selten vorhergesagt werden. „Unbehandelt können akute schwere allergische Reaktionen bei Kindern tödlich enden. Deshalb ist es wichtig, dass die Notfall-Arzneimittel nicht nur immer in Reichweite sind, sondern die Erwachsenen auch mit der Anwendung vertraut sind“, sagt Dr. Martina Neininger vom Zentrum für Arzneimittelsicherheit (ZAMS) der Universität Leipzig.

Im Notfall: Zuerst den Notarzt alarmieren

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Im Notfall sollte zunächst ein Notarzt verständigt werden. Allerdings sollten auch ärztlich verschriebene Antihistaminika oder Kortison griffbereit sein. Dabei sei zu bedenken, so die Apothekerkammer Niedersachsen, dass die ebenfalls zum Notfallset gehörenden beratungsintensiven Adrenalin-Autoinjektoren wegen Lieferproblemen der Anbieter aktuell in Apotheken kaum verfügbar sind.

Beispiele für weitere Notfall-Arzneimittel, deren Anwendung Erwachsene üben sollten, sind Dosieraerosole bei Asthmaanfällen sowie Rektiolen oder Mundspritzen bei epileptischen Anfällen von Kindern.

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