Fehlerfrei zum korrekten Blutzucker-Wert

von Thomas Anthes

Mehr als sechs Millionen Menschen in Deutschland haben Diabetes – seit 1998 ist diese Zahl nach Angaben der Deutschen Diabetes-Gesellschaft um 38 Prozent gestiegen, jeden Tag gibt es fast tausend Neuerkrankungen. Die Dunkelziffer ist hoch, jeder Fünfte, der betroffen ist, weiß noch nichts von seiner Erkrankung. Neun von Zehn leiden an Typ-2-Diabetes, eine Form der Zuckerkrankheit, die überwiegend nach dem 40. Lebensjahr auftritt: Kennzeichnend ist ein sogenannter relativer Insulinmangel – die Bauspeicheldrüse produziert zwar Insulin, aber die Körperzellen verlieren ihre Empfindlichkeit für das Hormon. Oder die Ausschüttung des Insulins aus den Zellen der Bauspeicheldrüse ist gestört. Eine Umfrage in Deutschland zur Qualität des Blutzucker-Selbstmanagements unter 2.000 Menschen mit Diabetes ergab: Viele haben große Wissenslücken, wie der Blutzucker richtig bestimmt wird. Die Folge sind unkorrekte Messwerte – wir verraten, wie die häufigsten Fehler vermieden werden können.

Händewaschen ist wichtig 

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Vor der Messung müssen die Hände gründlich gewaschen werden – ein kleiner Saft-Rest des gerade verzehrten Apfels reicht schon, um dem Messwert zu beeinflussen. Zum Händewaschen warmes Wasser und neutrale Seife. Ein Nebeneffekt ist, dass durch die Wärme die Durchblutung angeregt, die Blutgewinnung wird erleichtert. Honig- und Karamell-Seifen sollten vermieden werden, denn auch die darin enthaltenen Zuckermoleküle können die Messwerte zusätzlich steigern. Für unterwegs tut es zur Not auch etwas Wasser aus der Trinkflasche – immer noch besser, als ganz aufs Händewaschen zu verzichten.

Hände gründlich abtrocknen

Nach dem Waschen müssen die Hände sorgfältig getrocknet werden, damit Wasserreste nicht den Blutstropfen verdünnen und für zu niedrige Messwerte sorgen.

Richtiger Umgang mit Teststreifen

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Die Dose mit den Teststreifen sollte immer luftdicht verschlossen sein – am besten dunkel, kühl und trocken aufbewahren. Bleibt die Dose zu lange nach der Entnahme eines Teststreifens offen, kann Luftfeuchtigkeit eindringen und die Streifen unbrauchbar machen. Deshalb sind Messungen im Badezimmer grundsätzlich nicht zu empfehlen. Tipp: Die Aufbewahrungsbox unmittelbar nach dem Entnehmen des Teststreifens schließen und erst danach die Messung fortsetzen.

Jede Lanzette nur einmal verwenden

Auch wenn das Blutzuckermessgerät nur von einer Person genutzt wird, sollte bei jedem Test eine neue Nadel in die Stechhilfe eingesetzt werden. Die Lanzette wird nämlich beim Eindringen stumpf und sorgt bei mehrmaligem Gebrauch für unnötige Schmerzen und Verletzungen der Haut. Hinzu kommt die Gefahr einer Infektion.

Richtige Stelle für die Entnahme

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Das Blut aus den Fingerkuppen ist für die Blutzucker-Messung am besten geeignet. Bevorzugt sollte in den kleinen Finger, Mittel- oder Ringfinger gestochen werden, da diese im Alltag nicht so häufig gebraucht werden wie Zeigefinger oder Daumen. Professor Dr. Andreas Fritsche, Leiter der Diabetesstation und Diabetesambulanz am Universitätsklinikum Tübingen, rät, statt der vorderen Fingerkuppe lieber die Seitenflächen zu wählen: „Dort ist die Zahl der Nerven-Enden geringer, wodurch das Stechen weniger schmerzt.“

Bei Blutentnahme bitte nicht quetschen

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Kurz vor der Blutentnahme sollte der betreffende Arm oder die Hand ausgeschüttelt werden oder die Finger behutsam massiert werden: „Das regt die Durchblutung an und erhöht die Chancen auf eine erfolgreiche Blutprobe“, weiß der Neusser Professor Lutz Heinemann von der Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Technologie in der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Auf keinen Fall sollte die Fingerbeere gequetscht werden, um Blut herauszudrücken – das könnte die Messwerte möglicherweise durch austretendes Gewebewasser verfälschen. Ein leichtes Ausstreichen der Finger ist aber erlaubt.

Teststreifen nicht direkt auf die Haut drücken

Das Blut sollte nicht auf den Streifen tropfen, da so bei den wenigsten Systemen die Probe zuverlässig in den Messbereich gelangt.  Stattdessen sollte der Blutstropfen vorsichtig an den Streifen gehalten werden, so dass das Blut angesogen und zum Messfeld transportiert wird.

Selbstkontrolle ist wichtig

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Trauen Sie sich ruhig, Verantwortung für sich und Ihre Krankheit zu übernehmen. Natürlich unterstützt der Hausarzt bei der regelmäßigen Kontrolle und auch in der Apotheke können Vitalwerte bestimmt werden: Die Selbstkontrolle der Blutzuckerwerte und daran angepasste Verhaltens- oder Therapiemaßnahmen sind nicht nur wichtig, um einer akuten Unter- und Überzuckerung vorbeugen. Sie können auch dazu beitragen, chronische diabetische Komplikationen wie Herz-Kreislauf- oder Nierenerkrankungen zu vermeiden.

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