Grippe-Impfung: Am besten im Oktober oder November

von Thomas Anthes

Impfen – eine ganz individuelle Entscheidung. Die einen befürworten es, andere lehnen es konsequent ab. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippe-Impfung allerdings für alle Personen über 60, für chronisch Kranke aller Altersstufen, für Schwangere, für Medizin- und Pflegepersonal. Auch wenn die Influenzawelle meist nach der Jahreswende beginnt, der beste Zeitpunkt, sich piksen zu lassen, ist im Oktober oder November.

Grippeschutz braucht zehn bis 14 Tage zum Aufbau

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Denn es dauert etwa zehn bis 14 Tage, bis der Grippeschutz vollständig aufgebaut ist. Deshalb empfehlen Experten die beiden Herbstmonate, um sich rechtzeitig zu schützen. „Sollte die Impfung in diesen Monaten versäumt werden, kann es selbst zu Beginn oder im Verlauf der Grippewelle noch sinnvoll sein, die Impfung nachzuholen. Schließlich ist nie genau vorherzusagen, wie lange eine Influenzawelle andauern wird“, teilt das das Robert Koch-Institut (RKI) mit.

Impfung sei wichtigste Schutzmaßnahme

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Neun Millionen Menschen waren in der Grippesaison 2017/2018 beim Arzt – zwei Millionen mehr als 2012/2013 und 2014/2015, als die Influenza als besonders schwer eingestuft wurde, so das RKI. Angesichts dessen rief auch der EU-Gesundheitsminister Vytenis Andriukaitis Anfang 2018 dazu auf, sich gegen Grippe impfen zu lassen. Es sei eine „wichtige Maßnahme zur Erhaltung der öffentlichen Gesundheit und sollten eine Selbstverständlichkeit sein“. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) beschreibt es als Herdenimmunität, also eine Art Schutzschild, wenn möglichst viele Menschen geimpft sind. „Die Schutzmöglichkeiten müssen besser genutzt werden“, betont RKI-Präsident Lothar H. Wieler. Die Impfung sei trotz der von Saison zu Saison unterschiedlichen Wirksamkeit die wichtigste Schutzmaßnahme.

Für die Saison 2018/2019: Vierfach-Impfstoff

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Welche Impfungen Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung sind, bestimmt die Schutzimpfungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Für 2018/2019 wird es auch für gesetzlich Krankenversicherte einen Vierfach-Wirkstoff gegen Grippe-Viren geben. Für die vergangene Saison gab es dafür keine verbindliche Regelung, ob für diese Impfung ein Drei- oder Vierfach-Impfstoff zu verwenden ist. „Diese Entscheidung richtet sich – anders als vielfach auch öffentlich gemutmaßt – nicht auf die Impfsaison 2017/2018, sondern auf die kommende“, so Professor Josef Hecken, unparteiischer Vorsitzender des G-BA und Vorsitzender des Unterausschusses Arzneimittel. Denn aufgrund der langwierigen Produktionsverfahren entscheidet die WHO bereits weit vor Beginn einer Grippesaison über die Antigenkombination des Impfstoffs, kurz darauf fasst der G-BA einen Beschluss. Warum? Damit die Hersteller genügend Vorlauf haben, um ihn herzustellen. In dem Vierfach-Wirkstoff sind dann nicht nur Bestandteile von zwei Subtypen des Influenza A-Virus und eines B-Virus enthalten, sondern auch ein weiterer des B-Typs. „Neben der Influenza A stellt auch die Influenza B in einzelnen Saisons eine bedeutende Krankheitslast in der Bevölkerung dar, wobei nie mit Sicherheit vorhergesagt werden kann, welche Virustypen bzw. -subtypen in welchem Ausmaß in der anstehenden Saison zirkulieren werden“, erklärt das Robert Koch-Institut. Deshalb böten Vierfach-Influenzaimpfstoffe einen besseren Schutz.

Grippe-Impfung ist ein Teilschutz

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Dass einen die Grippe nicht erwischt, garantiert ein entsprechender Piks allerdings nicht. „Eine Impfung gehört zu den wichtigsten Bausteinen bei der Grippevermeidung. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass der Impfschutz deutlich geringer ist, als man es von vielen anderen Impfungen kennt. Hintergrund ist, dass Grippeviren eine hohe Wandlungsfähigkeit besitzen und die Wirkung der Impfung davon abhängt, wie gut der einmal jährlich neu zusammengestellte Impfstoff die vorhergesagten Erreger-Typen einer Grippewelle tatsächlich umfasst“, verdeutlicht die Deutsche Herzstiftung. Auch wenn sie nur einen Teilschutz darstellt, empfiehlt sie Herzpatienten, sich impfen zu lassen.

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