Gute Luft wichtig für Kinder-Psyche

von Thomas Anthes

Dreckige Luft macht Kinder psychisch krank – diese Verbindung belegen aktuelle Studien: Drei Forscherteams des US-amerikanischen Cincinnati Children’s Hospital Medical Center haben den Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und der psychischen Gesundheit von Kindern bestätigt. Danach führt bereits ein kurzzeitiger Kontakt mit verschmutzter Umgebungsluft ein bis zwei Tage später zur Verschlimmerung von psychiatrischen Störungen mit mehr Besuchen in den Notaufnahmen.

Sozial schwache Kinder anfälliger

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Ein weiteres Ergebnis der Studien war, dass Kinder aus benachteiligten Stadtteilen anfälliger sind für Folgen aus Luftverschmutzung als andere Gleichaltrige. Wie die leitenden Autoren Cole Brokamp und Patrick Ryan mitteilten, gelte dies vor allem mit Erkrankungen, die mit Angststörungen und Selbstmorden in Verbindung stehen. Brokamp sieht in den Studien eine Kausalität zwischen dem Ausmaß der täglichen Luftverschmutzung im Außenbereich und einer Verschlimmerung der Symptome psychiatrischer Erkrankungen bei Kindern als belegt an.

Immunreaktion im Gehirn

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Eine weitere Studie betont einen Bezug zwischen einer akuten Belastung mit verkehrsbezogener Luftverschmutzung (TRAP) und einer generalisierten Angststörung. Laut den Studienautoren Kelly Brunst und Kim Cecil sei dies die erste Studie bei der sogenanntes Neuroimaging eingesetzt worden sei, um eine Verbindung zwischen TRAP und Hirnstoffwechselstörungen sowie Symptome einer generalisierten Angststörung bei sonst gesunden Kindern nachzuweisen. Neuroimaging bezeichnet die medizinische Abbildung des Nervensystems beim Menschen und ist ein bildgebendes Verfahren: Sowohl Anatomie, dynamische Vorgänge wie Durchblutung oder Liquor-Fluss sowie Funktion können bildhaft dargestellt werden. Die Untersuchungen der Forscher ergaben höhere Konzentrationen von Myo-Inositol im Gehirn: Dabei handelt es sich um einen Marker für eine Immunreaktion des Gehirns auf TRAP.

Studienergebnisse Erwachsener bestätigt

Aus Sicht der Forscher gibt die Studienlage Anlass zur Annahme, dass eine TRAP-Belastung im frühen Kindesalter und durch die ganze Kindheit mit einem Anstieg von Symptomen einer Depression und Angststörung bei Zwölfjährigen in Zusammenhang steht – entsprechend ähnliche Studienergebnisse zu Erwachsenen liegen bereits vor.

Weitere Studien notwendig

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Aus Sicht der leitenden Forscher Kimberly Yolton und Patrick Ryan konnte diese Verbindung bei Kindern bisher nicht klar belegt werden. Die aktuellen Studien lieferten weitere Belege dafür, dass Luftverschmutzung zu Beginn des Lebens und in der Kindheit zu Depressionen, Angststörungen und anderen psychischen Problemen bei Heranwachsenden beitragen können. Jedoch seien weitere Studien zur Bestätigung der Ergebnisse notwendig und auch, um die für Zusammenhänge verantwortlichen Mechanismen weiter zu untersuchen.

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