Müde, schwere Beine? So werden Ihre Venen fit

von Thomas Anthes

Kennen Sie das? Ein Gefühl von Spannung oder Schwere in den Beinen? Es kribbelt oder juckt? Die Knöchel sind geschwollen? Vor allem, wenn Sie viel sitzen oder während einer längeren Reise? Das können Anzeichen dafür sein, dass Ihre Venen Ihre Aufmerksamkeit brauchen. Erfahren Sie deshalb, was Sie ihnen Gutes tun können – sogar im Flugzeug oder am Schreibtisch.

Vorbeugen ist die beste Medizin

Gefäßerkrankungen wie Venenthrombose, Lungenembolie, Krampfadern oder die periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK), auch bekannt als Schaufensterkrankheit, gelten als Volkskrankheiten. Ihre Anzeichen, ihre Verbreitung und ihre Folgen sind allerdings weitestgehend unbekannt, so die Deutsche Gesellschaft für Angiologie – Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V. (DGA). Wie sich vorbeugen lässt? Mit Bewegung, gesunder Ernährung und Venengymnastik – für einen intakten Blutfluss in Arterien und Venen. Konkrete Tipps dafür gibt es von der DGA:

  • Trinken Sie ausreichend: 2 Liter (natriumarmes) Wasser oder ungesüßte Tees sind die besten
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    Durstlöscher.

  • Bleiben Sie aktiv: Nehmen Sie öfter die Treppe statt des Aufzugs, gehen Sie bewusst zu Fuß (Abrollen über die ganze Fußsohle) oder nehmen das Fahrrad statt des Autos.
  • Achten Sie auf eine gesunde Ernährung: Vollkornprodukte, Müsli, frisches Obst und Gemüse, wenig Fette, magere Fische sowie fettarme Milchprodukte und gehen Sie sparsam mit Salz um.
  • Werden Sie Nichtraucher: Jeder Zigarettenzug verändert im Blut eine Milliarde Sauerstoffmoleküle in freie Radikale, die wie Torpedos die Gefäßwände angreifen und damit eine Arterienverkalkung fördern. Suchen Sie sich deshalb Unterstützung, um mit dem Rauchen aufzuhören, zum Beispiel in Form von Rauchentwöhnungskursen über die Krankenkasse, weitere Infos unter www.rauchfrei-info.de.
  • Kennen Sie Ihre Risiken: Menschen mit Bluthochdruck, Diabetes Mellitus, zu hohen Cholesterinwerten und Übergewicht haben ein erhöhtes Risiko für eine Gefäßerkrankung.
  • Integrieren Sie Venengynmastik in Ihren Alltag: Wenn Sie beruflich viel sitzen oder stehen, können Sie Ihre Gefäße durch einfache Übungen auch am Arbeitsplatz, im Flugzeug oder im Zug trainieren.

Übungen zur Venengesundheit:

©Deutsche Gesellschaft für Angiologie; für die gesamte Venengymnastik bitte auf das Bild zum Vergrößern klicken

 

Ernährung unter die Lupe genommen

Univ. Prof. Dr. Erich Minar, Facharzt für Innere Medizin und Gefäßspezialist, betrachtet in dem Zusammenhang die Ernährung genauer. „Heute leiden viele Menschen auf Grund von ballaststoffarmer Ernährung an Verstopfung. Übergewicht und chronische Verstopfung begünstigen die Entstehung von Krampfadern: Bauchfett und/oder ein geblähter, überlasteter Darm drücken auf die Venen im Bauchraum, Rückstau in den Beinen ist die Folge. Eine gesunde, ballaststoffreiche Ernährung und ein Body-Mass-Index im gesunden Rahmen (BMI unter 27, bis 35 Jahre möglichst unter 25) sind daher bei einer Neigung zu Venenschwäche die beste Vorbeugung.“

Damit das Blut gut fließen kann, ist für den Spezialisten die Zufuhr von ausreichend Flüssigkeit notwendig. So bleiben die Venenwände elastisch. Gleichzeitig wirken Sie einer Thrombosegefahr entgegen, weil das Blut so nicht „eindickt“. Außerdem helfen Wasser & Co. dabei, dass die Ballaststoffe aus der Nahrung quellen können und so positiv für den Darm wirken.

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Aber Flüssigkeit ist nicht alles. Natürliche „Blutverdünner“ wie Knoblauch, Zwiebeln, Ingwer, so Univ. Prof. Dr. Erich Minar, sowie eine vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung seien auch wichtig. „Bioflavonoide und Vitamin C in Obst und Gemüse sowie Vitamin E in kaltgepressten pflanzlichen Ölen sind Antioxidantien, die die Schädigung von Gefäßwänden und Venenklappen durch Alterungsprozess bremsen können“, erklärt der Experte. „Reich an Vitamin C und Bioflavonoiden sind Zitrusfrüchte, Brokkoli, Paprika, Beeren und Lauchgewächse. Vitamin E ist außer in pflanzlichen Ölen noch in Weizenkleie, Lachs, Eier und Nüssen enthalten.“

Er hält auch viel von Zink, um die Venenwände zu stärken und Heilungsprozesse, zum Beispiel bei einer Venenentzündung, zu unterstützen. Zink findet sich unter anderem in Leber, Hülsenfrüchten, Fleisch, Käse und Vollkornprodukten. „Um Venen gesund zu halten, sollte auf sparsamen Umgang mit Zucker, Salz und Alkohol geachtet werden“, rät der Facharzt für Innere Medizin.

Venen – was ist eigentlich ihre Aufgabe?

Gemeinsam mit den Arterien sorgen die Venen dafür, dass das Blut durch unseren Körper strömt. Dafür gibt es extra ein weitverzweigtes Netz von Blutgefäßen (Adern). Die Arterien übernehmen dabei die Aufgabe, die Organe und Zellen mit sauerstoff- und nährstoffreichem Blut zu versorgen. Über die Venen dagegen gelangt das verbrauchte, sprich das sauerstoff- und nährstoffarme, Blut zum Herzen und weiter in die Lunge. Dafür sammeln viele kleine Adern, die sogenannten Kapillaren und Venolen, das verbrauchte Blut aus allen Teilen des Körpers ein und führen es über die Venen zurück. Etwa 7.000 Liter Blut pro Tag, so verschiedene Schätzungen, werden vom Venensystem befördert – und dabei arbeitet es meist gegen die Schwerkraft an.

Unterteilt werden die Venen in:

  • Kopfvenen
  • Armvenen
  • Bauchvenen
  • Beinvenen

Der Weg des Blutes durch die Venen

Das Blut aus den Bauchorganen passiert zunächst über die sogenannte Pfortader die Leber, wo es gefiltert wird, bevor es Richtung Herz geht.

Die Beinvenen bestehen dagegen aus einem weitverästelten System: Die Hauptarbeit leisten die tiefen Beinvenen. Sie liegen innerhalb der Muskeln. Das restliche Blut fließt durch die oberflächlichen Beinvenen zurück. Sie reichen von den Knöcheln bis zur Kniekehle bzw. der Leiste. Dort entsteht die Verbindung mit den tiefen Beinvenen.

Die Schwerkraft überwinden

Rund eineinhalb Meter Höhe müssen die Venen bei ihrer Arbeit bezwingen. Ganz schön kniffelig, weil

©Deutsche Gesellschaft für Angiologie

das Blut ja nach oben Richtung Herz transportiert werden muss. Deshalb sind die Venen mit ventilartigen Klappen, den sogenannten Venenklappen, ausgestattet. Sie funktionieren ähnlich wie eine Schleuse: Fließt das dunkelrote Blut durch den Druck der Gelenk- und Muskelpumpen aufwärts, öffnen sich die Klappen. Sobald die Schwerkraft das Blut abwärts befördern will, schließen sich die Klappen.

Bewegung bringt die Venen in Schwung. Eigentlich ist sie sogar recht wichtig. Fehlt die Aktivität, üben die Muskeln keinen mechanischen Druck auf die Venen aus. Die Folge: Sie weiten sich, die innenliegenden Klappen können nicht mehr schließen – das Blut versackt. Da die oberflächlichen Venen nicht durch die Muskeln gestützt werden, leiern sie im Zweifel aus. So kann es zu Spannungsgefühlen und müden, schweren Beinen, Schwellungen, Besenreisern oder geschlängelten Krampfadern kommen.

Beratung auf hohem Niveau

„Gesunde Venen sind eine wichtige Voraussetzung für einen gut funktionierenden Blutkreislauf und auch für schöne Beine ohne Wassereinlagerungen, Krampfadern und Thrombosen“, weiß Dr. Michael Hauck, Arzt für Herz- und Gefäßmedizin. Wenn Sie dazu Fragen haben, beraten Sie die Experten aus Ihrer Guten Tag Apotheke gerne. Bei Bedarf lotst Sie der Apotheken-Finder zur richtigen Adresse ganz in Ihrer Nähe.

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