Sonnenschutz für die Haut: Tipps für Sonnenanbeter

von Thomas Anthes

„Die Sonne ist die Universalarznei aus der Himmelsapotheke“, wusste schon der deutsche Schriftsteller August Friedrich Ferdinand von Kotzebue (1761-1819). Und er hat recht! Doch wie für alle Arzneien gilt auch bei der Sonne: Man muss sie richtig anwenden. Erfahren Sie deshalb, was sie für den optimale Sonnenschutz Ihrer Haut tun können.

Energielieferant Sonnenschein

Sonnenlicht hebt unsere Grundstimmung, macht vital, dynamisch und steigert das Wohlbefinden. Architekten berücksichtigen das schon lange bei der Planung von Bürogebäuden. Jeder Arbeitsplatz soll mit genügend Tageslicht versorgt sein – das ist nämlich die Voraussetzung für ermüdungsfreies Arbeiten. Durch ausreichend Sonnenlicht lässt sich die Produktivität steigern und der Krankenstand reduzieren.

Sonne auf der Haut: Zu viel des Guten ist nicht gut

Doch Achtung! Auch für die Sonne gilt: Richtig und in Maßen genießen! Denn frei nach dem schweizerisch-österreichischen Arzt Paracelsus (1493-1541) ist es die Dosis, die das Gift macht. Zu viel der im Sonnenlicht enthaltenen UVA- und UVB-Strahlung kann schwere Hautschäden anrichten.

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Die Haut vergisst nichts

Wird die Haut längere Zeit UV-Strahlen ausgesetzt, kommt es zu einer Schädigung des Erbguts in den Zellkernen der Haut. Die mutierten Zellen sterben entweder ab oder werden durch den Selbstheilungsprozess der Haut erneuert. Die Auswirkungen eines Sonnenbrands können also von den körpereigenen Reparaturmechanismen schon einmal behoben werden. Doch die Haut ist nachtragend: Häufen sich im Laufe des Lebens die UV-Schäden, kommt die Haut mit der Heilung nicht mehr hinterher. Die Defekte addieren sich und aus den angegriffenen Zellen können sich Krebszellen entwickeln. 50 bis 80 Prozent der Hautschäden, so schätzen Wissenschaftler, entstehen durch exzessives und ungeschütztes Sonnenbaden in Kindheit und Jugend.

Tipps für Sonnenanbeter: Meiden, kleiden, cremen!

Wer sich an diese einfache Regel hält, kann das Beste von der Sonne mitnehmen und sich zugleich vor frühzeitiger Hautalterung und Hautschäden schützen.

Meiden:
In der Mittagszeit, zwischen 10:30 und 14:30 Uhr, ist die UV-Strahlung am intensivsten. Deshalb sollten Sie während dieser Zeit die Sonne meiden. Kleinkinder gehören übrigens zu keiner Tageszeit direkter Sonnenstrahlung ausgesetzt. Doch auch unter dem Sonnenschirm ist Vorsicht geboten, denn selbst im Schatten sind wir wenigstens der Hälfte der UV-Strahlen ausgesetzt.

Kleiden:
Schützen Sie Ihre Haut großflächig mit leichter und luftdurchlässiger Kleidung. Dazu gehören nicht nur Shirts und Hosen oder Röcke, sondern auch Schuhe. Denn gerade unsere Fußrücken sind im Sommer besonders intensiv der Sonnenstrahlung ausgesetzt. Und bitte Hut mit breiter Krempe oder Schirm nicht vergessen! Eine Sonnenbrille ist übrigens nicht nur ein schickes Accessoire, sondern auch ein wichtiger Schutz der empfindlichen Netzhaut vor UV-Strahlen. Also: aufsetzen! Bitte denken Sie daran, dass Kleidung keinen 100-prozentigen Schutz vor UV-Strahlung bietet – ein gewisser Teil dringt auch durch unsere Textilien. UV-Schutzkleidung ist übrigens nur bei extremer Strahlungsbelastung nötig. Und die ist ohnehin grundsätzlich zu meiden.

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Cremen:
Richtiges Cremen ist gar nicht so einfach. Um den passenden Lichtschutzfaktor (LSF) auszuwählen, müssen Sie erst einmal wissen, welchen Hauttyp Sie haben. Wenn Sie diesen nicht kennen, lassen Sie sich dazu von Ihrem Apotheker oder Ihrer Apothekerin beraten. Oder Sie geben im Internet den Suchbegriff „Hauttyptabelle“ ein und Sie können anhand der Beschreibungen Ihren Hauttyp selbst bestimmen. Der LSF eines Sonnenschutzproduktes gibt an, um welchen Faktor sich diese Zeit verlängert, wenn Sie es korrekt anwenden. Ein nordischer Hauttyp kann zum Beispiel mit LSF 20 etwa sechs Stunden an der Sonne bleiben. Vorausgesetzt, er cremt regelmäßig nach und verwendet auch genügend Sonnenschutz. Denn nur wenn ausreichend Creme verwendet wird – und das sind mit 40 Gramm pro Anwendung etwa vier Esslöffel – kann der versprochene LSF auch erreicht werden. In der Realität verstreichen wir allerdings gerade einmal 30 bis 60 Prozent der empfohlenen Menge auf unserer Haut. Das ist riskant, denn so reduziert sich ein LSF 30 ganz schnell auf einen LSF 5.

Fazit:
Wie viel von der Universalarznei aus der Himmelsapotheke nun unserer Gesundheit zuträglich ist, fasst der Dermatologe Dr. Martin Hartmann vom Klinikum Heidelberg zusammen: „Zur Verbesserung des Wohlbefindens ist eine moderate Sonnenexposition von 20 bis 30 Minuten, zwei- bis dreimal wöchentlich, zu empfehlen.“

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